MANTURO – DAS BESTE DER SCHWEINE-URRASSEN
Im weststeirischen Schilchermarkt Ligist grübelten ein paar findige Köpfe darüber nach, welche Jause wohl am besten zum echten steirischen Schilcher passen könnte. Ein paar Hügel weiter in Stallhofen fand der dortige Bürgermeister, dass es an der Zeit wäre, den Schweinereien mit den Schweinereien ein Ende zu bereiten. Kurz darauf haben sich unter dem Management der Firma B+B, Beratung und Bildung aus Graz, Landwirte und Fleischermeister aus dem Steirischen Weinland zusammengefunden und das „Netzwerk NatURrassen“ gegründet. Ziel dieses Netzwerkes ist es, die alten Schweinerassen Mangalitza und Turopolje wieder zu etablieren und zu verwerten. Diese Schweine-Urrassen zählen mittlerweile zu den vom Aussterben bedrohten Haustierarten. Ihre Erhaltung kann langfristig nur gesichert werden, wenn sie als „Nutz-Tiere“ sorgsam gehalten und entsprechend vermarktet werden. Das Mangalitza-Wollschwein ist eine uralte Schweine-Nutztier-Rasse ungarischen Ursprungs. Man unterscheidet die Rassen „Blondes Mangalitza“, Rotes Mangalitza“ und „Schwalbenbäuchiges Mangalitza“. Turopolje-Schweine sind extensive Weideschweine. Sie stammen vom inzwischen ausgestorbenen Siska-Schwein, einem Abkömmling des mitteleuropäischen Wildschweins, ab und haben ihren Namen von der Region Turopolje in den heutigen kroatischen Save-Auen. Diese Rassen sind ausgesprochen robust und weitgehend resistent gegen alle üblichen Schweinekrankheiten. Sie wachsen über ein Jahr lang in extensiver Koppel-Freilandhaltung oder artgerechten Außenklimaställen auf und ernähren sich nahezu ausschließlich von dem, was sie auf der Weide finden. Das Ergebnis dieser Haltungsform sind sehr langsam wachsende, gesunde Tiere, frei von jeglicher Pharma-Behandlung und mit Fleisch von höchster Qualität.
Einen wesentlichen Beitrag zu diesem Projekt „Genusslebensmittel Schwein – Projekt MANTURO“ leistet das Land Steiermark, Ressort LH-Stv. DI Leopold Schöggl, mit der Abteilung 16. Er dient zur Sicherung der Urrassen Mangalitza und Turopolje, die nicht nur als Nutztiere eine Nachhaltigkeit durch Produktion und Absatz am Genussmittelsektor bilden, sondern auch dem Fortbestand der vielfältigen Kulturlandschaft der Steiermark dienen. Das Projektmanagement wird von Frau Margit Mauritsch, B+B Beratung und Bildung – Regionalmarketing und Unternehmensberatung, geleitet, die mit dem Projekt Teichwirtschaft – Tourismus bereits auf nachhaltige Erfolge auf diesem Gebiet verweisen kann. Wer steht dahinter?Das Projekt leitet Bgm. LKR Vinzenz Krobath, Stallhofen – Zuchtwart der Tierrasse Turopolje in der Steiermark. Naturnah orientierte Landwirte, wie der Sonnhof der Familie Gerstner in Stiwoll, die Bio-Landwirtschaft der Familie Krobath in Stallhofen oder die Familie Dr. Pötsch in St. Josef ob Stainz, widmen den Tieren große Weideflächen, wo sie ungestört aufwachsen können. Innovative Fleischerbetriebe verwerten das absolut stressfrei geschlachtete Tier zu hochwertigen Produkten unter der Marke „MANTURO“. Sie produzieren hauchzarten Schinken, der den Duft der Region auf der Zunge entfaltet, schneeweißen Speck, dessen natürliche Würze dem Gaumen schmeichelt, Wurstvarianten mit unvergleichlichen Geschmacksnuancen und Aufstriche, in denen sich die Einzigartigkeit des Weinlandes widerspiegelt. Die Räucherung mit heimischem Buchenholz, der lange Reifeprozess über viele Monate im milden Klima der Weinberge, das grobe Meersalz und die würzigen Kräuter der Region verleihen den MANTURO-Produkten unvergleichliche Geschmacksnuancen. Bedingt durch die lange und behutsame Produktion sind auch nicht immer alle MANTURO-Produkte erhältlich. Alles zu seiner Zeit und nur, wenn optimale Qualität gewährleistet ist. Aber das Warten lohnt sich. Dafür schmeckts dann umso besser.
Partner in diesem Projekt sind die landwirtschaftlichen Fachschulen Alt Grottenhof und Grottenhof Hardt. Sie wollen damit bei der jungen Generation Bewusstsein für Mast und Zucht von Urrassen schaffen. Der Fachlehrkörper steht der Projektgruppe mit wissenschaftlichem Know-how - aufbereitet für die Praxis - zur Verfügung. |

Das Geheimnis der Fleischqualität liegt nicht zuletzt darin, dass unsere Schweine den ganzen Tag laufen. Darum haben sie auch eine ganz prominente Patin. Die steirische Marathon-Staatsmeisterin Eva Maria Gradwohl legt als Spitzensportlerin großen Wert auf natürliche und gesunde Ernährung. Sie ist eine leidenschaftliche Hobbyköchin und sucht sich ihre Grundmaterialien und Zutaten sehr bewusst aus. Und dass sie ihre eigene Küche fit und leistungsfähig macht, stellt sie bei jedem Lauf unter Beweis.